×
 
0
unofficial world wide web avantgarde
29
"Die DKP München macht weiter Geschichte"
  XML • begonnen von secarts.org Redaktion am 24.11.2017
  Seite: 123  
26.11.2017, 00:27 Uhr
Re: 'Die DKP München macht weiter Geschichte'

EDIT: MARFA
26.11.2017, 00:31 Uhr
Communarde
MARFA
@mischa:
"Bin mir nicht sicher: KPI - Il Manifesto - Rifondazione?"

Vielleicht hätte ich erfolgreich dazuschreiben sollen?

Aber im Ernst, es gibt bei solchen (linken) Ausgründungen einen drive, der dem einzelnen guten Willen meist entzogen ist (hab das in unterschiedlichen Zusammenhängen schon zweimal erlebt, und vieles gleicht sich). Auf die Gründungseuphorie folgt irgendwann der Einbruch der Realität in die Kleingruppe. Der Stagnation begegnet man mit externalisierter Fehlersuche, denn das ist der Weg des geringsten Widerstandes. Alles andere würde ja bedeuten, den Schritt in die Unabhängigkeit radikal in Frage zu stellen. Der Graben beginnt gerade erst zu entstehen und wenn er da ist, wird es schwer wieder zusammenzufinden. Schließlich ist der organisatorische Unterschied letztlich das einzig konstituierende für diejenigen, die jetzt gehen.

Was rechte Abspaltungen angeht gibt es mehr Beispiele für solche Bewegungen. Die USPD zb.
26.11.2017, 03:44 Uhr
"Die DKP München macht weiter Geschichte"

Communarde
retmarut
@RevLeft: "Und ein Gespür für "Timing" in dem Sinne, der DKP in einem der schwierigsten Momente (Abspaltung der Mayeristen) noch richtig einen mitzugeben."

Im Gegenteil. Der Zeitpunkt hat die "WieWeiter"(Ww)-Genossen selbst völlig überrascht. Die sind von den südbayrischen Austritten schlicht überrumpelt worden. Das hat die Gesamtsituation deutlich verändert, aber da die ersten Ww-Leute schon ihre Austrittsschreiben veröffentlicht hatten, bevor Mayer und Co die Partei verließen, sind die anderen Ww aus Loyalität jetzt überstürzt nachgezogen, damit ihr vereinbartes "Projekt" nicht schon zu Beginn auseinanderfliegt. Das zeigt schon, wie fragil die ganze Geschichte ist. Die nähen mit sehr heißer Nadel.

Und zu den Auswirkungen dieser linksradikalen Abspaltung auf die DKP: Die dürfte recht im Endeffekt gering ausfallen, da viele der Ww-Genossen gar nicht in der DKP Mitglied bzw. dort nicht aktiv waren. Der Aderlass trifft vielmehr die SDAJ. Die wird sich aber, da bin ich mir sicher, relativ rasch davon erholen. Erste SDAJ-Gruppenneugründungen sind ja bereits erfolgt.
28.11.2017, 21:27 Uhr
Re: "Die DKP München macht weiter Geschichte"

Communarde
Menachier
Stimme retmarut zu. Die Sache war seitens der WieWeiter-Leute anders geplant. Die Mali-Leute sind ihnen in die Abfolge geplatzt. Allerdings war von vornherein klar dass niemals der Bundeskongress der SDAJ abgewartet werden sollte (März 18). Der SDAJ hatten WieWeiter ja diese Programmdebatte aufgezwungen. Und eine Mehrheit war niemals in Sicht. Also Spaltung als Ausweg aus 1) einer verlorenen Parteiauseinandersetzung und 2) einer absehbar auch verlorenen Auseinandersetzung im Jugendverband.
Austritte gibt es komischerweise seitens WieWeiter bislang kaum. Die angeblichen 80 Unterzeichner sind sowieso zu hoch gegriffen. Aber selbst die Hälfte ist noch nicht erreicht
30.11.2017, 01:08 Uhr
Re: "Die DKP München macht weiter Geschichte"

Communarde
Genosse Mauser
GAST
Brief an die Mitglieder der DKP vom Sekretariat des Parteivorstands vom 29.11.2017 mit Antworten auf die Vorwürfe:
Link ...jetzt anmelden!
30.11.2017, 16:15 Uhr
"Die DKP München macht weiter Geschichte"

Communarde
Toto
"- Die Linksabspalter hingegen müssen effektive Fraktionsarbeit betrieben haben, um das hier hinzukriegen: gestaffelter Austritt von wohl mittlerweile rund 100 überwiegend sehr aktiven Genossen. Ein Schweigegelübde, das bis jetzt hält. Wühlarbeit weit über die eigentlichen Zentren des Aufruhrs FfM, Tübingen, evtl. Thüringen, hinaus. Und ein Gespür für "Timing" in dem Sinne, der DKP in einem der schwierigsten Momente (Abspaltung der Mayeristen) noch richtig einen mitzugeben. Noch ist die Sache ja nicht durch und manche Mehrheiten dürften jetzt fehlen."

Erstmals, es sind keine hundert Leute! Die angegebene Zahl mit 80 ist die Summe aller Austretenden, umfasst sowohl die Ostthüringer wie die Frankfurter, wie Gießener, etc. Und selbst diese Zahl wird von einem Nutzer hier gezweifelt werden.

Der Schaden ist nicht so groß! Es handelte sich von Anfang an um entristische Gruppierungen: Die Frankfurter als Zentrum mit 5 Leute (gefährden keine Mehrheit), mindestens zwei Hauptpersonen haben entristische Vergangenheit in Linksruck, Kommunistische Initiative, auf dem KAZ-Camp (keine Mitgliedschaft als Voraussetzung) und DKP. Entweder werden Sie unwidersprochene Führer oder sie spalten sich in zwei/drei Jahre. Tübingen ist ebenfalls entristisch gedacht. siehe Link ...jetzt anmelden! Die sind vor 5 Jahre in der SDAJ eingetreten und zwar mit der Absicht diese SDAJ nach ihrer Vorstellung zu verändern, weil sie nie revolutionär war. Soweit ich weiß, betrifft das die Gießener ebenfalls. Die sind kollektiv in der SDAJ eingetreten.

Das sind drei der Hochburgen. Es folgen Göttingen und Thüringen. Dazu sage ich möchte ich nicht viel sagen. Vielleicht sagt, Toni was zu Thüringen, wenn es ihm wichtig. Aber ich komme aus Thüringen und wohne in Göttingen. Kenne also in etwa die Verhältnisse hier.

Die anderen geführten Städte sind zumeist Umzüge von Leuten, ob das Essen, Regensburg, Schwarzwald, Leipzig handelt es sich lediglich um ein Person, der umgezogen ist. In Marburg sind es 3 Leute. In Berlin habe ich ebenfalls nur von einem Person gehört, maximum 5 Leute.

Und politisch, was hat der entristische Projekt geschafft?!
Es ist denen, obwohl sie alle in linksgeprägten Gruppen keinen Durchbruch gelungen! In Gießen sind die alten Leute um Erika und Michael Beltz in der DKP geblieben. Eine Änderung der Verhältnisse in Gießen ist nicht zu befrüchten. In Frankfurt sind 5 aus zusammen e.V. in der DKP eingetreten und wieder raus. Sie konnten keinen mitnehmen! Mehrheitsverhältnisse in Frankfurt nicht gefährdet, sprich in Hessen ist nichts passiert. In Tübingen und baden-württembergischen Anhang ist kein Durchmarsch gelungen. Weder Paul Rodermund noch Björn Blach sind mit raus gegangen. Es ist trotz Ablehnung der AMS durch Teile der Baden-Württemberg'schen DKP kein relevante Erfolg der Tübinger zu vermelden und rechten Potenzial, der die Mehrheitsverhältnisse in Tübingen oder Baden-Würtemberg gefährden würde, vermute ich nicht.

Es kommen noch weitere Städte wie Berlin (keine Verschiebung der Kräfteverhältnis für die rechtsopportunistische Kräfte). Auch hier gehört Männe zur alten Kritiker der AMS (siehe seinen Beitrag in der TuP) und er ist nicht alleine. Großen Erfolg ist in Berlin ausgeblieben. Man kann das mit allen Städten und Orte durchspielen, in der Auseinandersetzung mit rechtsopportunistischen Kräfte spielt der Austritt der linksopportunistischen Kräfte kaum eine Rolle und große Würfe ist den linksopportunistischen und entristischen Kräfte nicht gelungen.

Kurz gesagt: Der Wühlarbeit ist ziemlich missgelungen, wenn der Austrittskreis im wesentlichen auf die entristischen Kräfte, die vor 5 Jahre in der SDAJ/DKP eingetreten sind. Das trifft auf Tübingen, Frankfurt und Gießen zu. Wie gesagt, einige genannten Städte sind Umzüge und eine Person-"Gruppe", das trifft mindestens auf vier Städte!

Was das Schweigeglübde angeht, vielleicht wollte man Sie ziehen lassen und deswegen ist nichts durchgesickert. Einige außerhalb der kleinen Kreis wussten jedenfalls von ihrer Absichten und zwar in mehrere Städte! Es war kein Geheimnis.

Zu den Timing muss ich wiedersprechen! Auch hier war es schlecht ausgewählt. Die meisten Kreis- und Gruppenkonferenzen für den Wahl der Delegierten sind gelaufen, einige Bezirke/LO haben jetzt auch gewählt. Und der Austritt der Mayeristen hat denen einiges gekostet, es ist absolut unvermittelt, wie man in dieser Situation die DKP verlässt? Das drückt sich damit aus, dass Leute wie die Beltz, die Humburgs, Blach, Rodermund, die Münchener (ich sage nur der Mann von Renate Münder), die Mehrheit der Göttinger und andere Kritiker der AMS diesen Schritt nicht mitgehen. Der Timing ist so schlecht, dass auch die KKE (sichere Info) diese Schritt nicht unterstützt. Und vieles mehr! Druck auf die DKP üben Sie jedenfalls nicht!

Erfolgreiche Fraktionsarbeit ist das jeden Fall nicht, wenn es im wesentlichen nur 60 - 80 Leute ausgetreten sind. Im wesentlichen sind das die Leute, die vor etwa 5 Jahre in der DKP/SDAJ kollektiv (Tübingen, Frankfurt, Gießen) eingetreten sind.

Secarts schreibt in einem Antwort auf Smersch was passiert und wo einige Gründe für die Austritte. Eins vergisst er, den man als tatsächlich langjähriger Mitglied der SDAJ (inzwischen über 12/13 Jahre und nicht nur 5 Jahre wie die Tübinger, Gießener und Frankfurter und andere...) beobachten kann und das ist der einziger Erfolg der Entristen: Es gibt immer wieder Leute in der SDAJ, die mehrere Jahre ihres Lebens im Verband stecken. Sie werden nach paar Jahre müde. Sie gehen weg, halten sich irgendwie weiter für Kommunisten. Aber sind zurückgezogen. Die Entristen ist gelungen ein Teil dieser normalen Prozess für sich zu reklamieren und in ihrer Struktur zu retten. Das wird aber nicht von langer Dauer sein.

Die SDAJ wird der Austritt zu spüren bekommen! Aber sagen wir mal so, die SDAJ ist im Gegenteil zur DKP eine instabile Struktur. Es ist eine schwache Organisation, die meisten Leute sind Schüler und Studis. Es gibt wenige stabile Gruppen, Leute ziehen um (dann wird eine neue Gruppe gegründet, wo anders endet eine Gruppe), Leute orientieren sich neu (ins Autonome Spektrum, kriegen Kinder, beginnen zu arbeiten, etc.) und vieles mehr. Das ist der Zustand der SDAJ seit 1990, wenige Ausnahmen gibt es sicherlich! Sicher auch, dass es eine gewisse Stabilisierung der SDAJ gibt, aber es ist der allgemeine Zustand in der SDAJ. Der Wegfall der Tübinger (mit einigen kleinere Gruppen in BaWü) und Gießener ist nicht so schön, aber für die SDAJ hält sich das Ganze noch im Rahmen.

Kurz die SDAJ wird das spüren, aber überleben. Dagegen wird wieweiter den Schicksal anderer linksopportunistische Gruppen erleiden.
08.01.2018, 15:10 Uhr
Re: "Die DKP München macht weiter Geschichte"

Communarde
Camillo
GAST
Liebe Leute, es ist wirklich lustig zu lesen, zu welchen abenteuerlichen Konstruktionen hier manche angesichts des Austritts von 80 Genossinnen und Genossen aus DKP und SDAJ hier manche greifen, um sie sich zu erklären oder erträglicher zu reden.
Als jemand, der am kommunistischen Klärungsprozess "wie weiter im 100. Jahr der Oktoberrevolution?" beteiligt ist kann ich als Einzelperson und Genosse Euch nur empfehlen:
- lest die Texte des Klärungsprozesses auf Link ...jetzt anmelden!
- kommentiert sie in der Kommentarfunktion und diskutiert mit uns
- kommt mit uns ins Gespräch

Wenn Ihr Begriffe wie "Linksopportunismus" auf uns anwenden wollt, dann belegt diesen Vorwurf
- mit Eurer Definition dieses begriffs
- mit dem Nachweis, daß das, was Ihr unter Llinksopportunistisch verstehen wollt, in unseren
Äußerungen vorkommt.

Wenn Ihr das nicht wollt oder könnt, ist Euer Vorgehen einfach idealistisch: da weicht jemand von Eurer Linie ab, er muß also Opportunist sein. So leicht, so ohne jede ernsthafte Untersuchung, ob nicht vielleicht am Ende doch wir auf einem ganz richtigen Weg sind, kann man es sich als Materialistin / Materialist nicht machen.

Und bis Ihr das wirklich nachgewiesen habt - lasst mal die Ketzerhüte im Schrank.

Wir beißen nicht, wir sind nicht aggressiv, wir diskutieren ausgesprochen gern und wir wollen überzeugen. Also los, her mit Euren Argumenten!

Ein rotes neues Jahr wünscht
Camillo
08.01.2018, 15:23 Uhr
"Die DKP München macht weiter Geschichte"

Communarde
tolpatchow
@Camillo:

Ach weißte, bisher ist viel geredet und geschrieben worden. Solange die 80 Genossen nicht zu einer eigenen Praxis (!) jenseits der Kritik an der DKP finden, wird "wieweiter.net" nur eine von vielen kleinen Blogsseiten, von denen die DKP angegriffen wird, sein.

Diskussion ist immer gut und ich würde sie auch mit "wieweiter.net" begrüßen. Bislang wurde nur in In-Zirkeln diskutiert. Auch hier sind etliche der besagten Genossen registriert. Diskussionsbedarf? Bislang negativ.

Würde es begrüßen wenn sich das ändert.und ein gutes rotes Jahr 2018 wünsche ich ebenfalls!
08.01.2018, 20:47 Uhr
"Die DKP München macht weiter Geschichte"

Communarde
Jaimee
Hallo? Wir haben die ersten Texte usw von WieWeiter hier im Forum ausführlich diskutiert. Irgendwann fühlt man sich dann aber wie in so ner Zeitkapsel. Jetzt wurde herausgefunden, dass das Parteiprogramm der DKP schon 1978 reformistisch war. Link ...jetzt anmelden!

Mir fällt dazu nicht mehr viel ein ehrlich gesagt. Früher haben die "K-Gruppen" ja die alte KPD nachgespielt. Spielt WieWeiter etwa den KBW nach?
08.01.2018, 21:35 Uhr
"Die DKP München macht weiter Geschichte"

Communarde
retmarut
Wie ja bereits angeführt wurde, haben etliche Genossen aus dem Ww-Zusammenhang einen Secarts-Account, teils seit vielen Jahren. Zur Diskussion auf dieser Plattform im Vorfeld oder im Nachklapp der Austritte war aber niemand von denen bereit. Ich erneuere hier gerne den Aufruf an die Ww-Genossen, auf Secarts.org gemeinsam mit uns anderen die Diskussion zu diesem Thema zu führen. Welch besseren Platz gibt es dafür als diese organisationsübergreifende, marxistische Plattform?
09.01.2018, 10:12 Uhr
"Die DKP München macht weiter Geschichte"

Communarde
FPeregrin
Ich möchte mich hier retmarut ausdrücklich anschließen! secarts.org ist genau der Platz, strategische Debatten zu führen. Ich zitiere mal aus dem Artikel zum 15. secarts-Jubiläum "Ihr oder wir!: "Vielleicht ist es auch ein Fingerzeig, wie es anderswo ebenfalls klappen könnte. Auf Augenhöhe, knallhart in der Sache, deutlich im Widerspruch."
Link ...jetzt anmelden!

Natürlich muß man hier auch einstecken können. Aber da jede Position notwendig (!) ohne Unvollständigkeiten nicht zu haben ist, dient dies letztlich genau dem, was Ww anzustreben proklamiert: einem 'Klärungsprozeß'. - Immer nur Eigene-Seite-machen ist eine Methode von Verlierern!
  Seite: 123