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NEUÜber die Ukraine hinaus (2)
  [7 pics,3 files] begonnen von FPeregrin am 19.11.2024  | 63 Antworten
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NEUER BEITRAG10.03.2026, 22:01 Uhr
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arktika

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„So unnachgiebig wie die Ukrainer“

Medienkommentare begleiten die EU-Maximalforderungen, die eine Verhandlungslösung faktisch unmöglich machen, mit „Blut, Schweiß und Tränen“-Appellen an die eigene Bevölkerung sowie mit den längst landesüblichen NS-Vergleichen. So hieß es zum Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, „ein Triumph“ in der Ukraine werde den russischen Präsidenten Wladimir Putin „so wenig von weiteren Kriegsplänen abbringen, wie die Überlassung des Sudetenlands Hitler vom Überfall auf Polen abhielt“.[6] Deshalb müssten „die Europäer … Putin … so unnachgiebig die Stirn bieten wie die Ukrainer“. Deren Kriegstote gehen mutmaßlich längst in die Hunderttausende; die Kosten für den Wiederaufbau des Landes wurden zuletzt auf 500 Milliarden Euro geschätzt.[7] Weiter heißt es in der Frankfurter Allgemeinen, „in den Geberländern“ müssten entsprechend „finanzielle Opfer“ erbracht werden – „weniger Sozialstaat“, „höhere Steuern“. Auch „mehr … Wehrhaftigkeit stünde den Deutschen … gut zu Gesicht“. „Nicht nur die Bundeswehr, die ganze Republik“ müsse Moskau „zeigen, dass sie im Kriegsfall ihre Freiheit so tapfer verteidigen würde wie die Ukraine“. Der Autor des Kommentars hat kürzlich den Bundeskanzler für dessen Äußerung heftig kritisiert, er plädiere nicht für eine deutsche Atombombe.[8]

Bis zur Erschöpfung

Die strategische Grundentscheidung, die hinter den Maximalforderungen der EU wie auch hinter den „Blut, Schweiß- und Tränen“-Parolen steckt, haben zum Jahrestag des Kriegsbeginns die Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Polens – Johann Wadephul, Jean-Noël Barrot und Radosław Sikorski – benannt. Demnach wolle man „zu einem Frieden kommen, der dauerhaft und gerecht“ sei, heißt es in einem Namensartikel der drei Minister. Einen solchen Frieden aber könne die Ukraine „nur aus einer Position der Stärke heraus erreichen“.[9] Diese ist aktuell auf dem Schlachtfeld nicht im Geringsten in Sicht. Wadephul, Barrot und Sikorski schrieben mit Blick darauf, ihr „Unterstützungswille“ sei nach wie vor „unerschütterlich“. Bereits in der vergangenen Woche hatte Bundeskanzler Friedrich Merz erklärt, der Ukraine-Krieg werde „erst zu Ende gehen, wenn eine der beiden Seiten erschöpft ist, entweder militärisch oder ökonomisch“.[10] Demnach gilt es nun alles zu tun, um eine „Erschöpfung“ der Ukraine zu verhindern.

Gespaltene Bevölkerung

Die Bevölkerung der Ukraine ist in der Frage längst gespalten und steht lediglich zum Teil hinter den unerbittlichen Durchhalteparolen aus Berlin und der EU. So antworteten in einer Umfrage des Kyiv International Institute of Sociology (KIIS) auf die Frage, ob sie eine Abtretung des Donbas an Russland im Gegenzug gegen westliche Sicherheitsgarantien befürworteten, 52 Prozent, das sei für sie „gänzlich inakzeptabel“.[11] 40 Prozent sprachen sich allerdings prinzipiell für eine solche Lösung aus; 31 Prozent fanden, sie sei „schwierig, aber grundsätzlich akzeptabel“, während neun Prozent sogar der Meinung waren, darauf könne man sich „leicht“ einlassen.


[1], [2] Rikard Jozwiak: Russia Concessions and Ukraine’s Ambitious EU Bid. RFE/RL: Wider Europe.

[3] Foreign Affairs Council: Press conference by High Representative Kaja Kallas. eeas.europa.eu 23.02.2026.

[4], [5] Thomas Gutschker, Stefan Locke: Selenskyj will ein Beitrittsdatum. Frankfurter Allgemeine Zeitung 25.02.2026.

[6] Berthold Kohler: So tapfer wie die Ukrainer. Frankfurter Allgemeine Zeitung 24.02.2026.

[7] Knapp 500 Milliarden Euro für Ukraine-Wiederaufbau nötig. deutschlandfunk.de 23.02.2026.

[8] Berthold Kohler: Die Furcht des Kanzlers vor der Bombe. Frankfurter Allgemeine Zeitung 19.02.2026.

[9] Johann Wadephul, Jean-Noel Barrot, Radoslaw Sikorski: Wir haben einen langen Atem. Frankfurter Allgemeine Zeitung 24.02.2026.

[10] Russland befindet sich laut Merz im „Zustand der tiefsten Barbarei“. spiegel.de 19.02.2026.

[11] Public opinion in the context of Russia’s attempts to plunge Ukraine into darkness and cold: results of a survey conducted on January 23-29, 2026. kiis.com.ua 02.02.2026.


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Und auch die FAZ trötet munter mit: „weniger Sozialstaat“, „höhere Steuern“ usw. usw. usw. und träumt - gar nicht mehr nur "still" - von "der Bombe".
NEUER BEITRAG19.04.2026, 14:09 Uhr
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arktika

Über die Ukraine hinaus (2) Ein lustiger "Rundum"-Artikel in der jW vom 1. April, in dem es - anders als der Titel besagt - um deutlich mehr Aspekte als nur um "Raketenknappheit" bei den Yanks geht. Sonst hätte ich ihn nicht extra reingestellt:

Von Reinhard Lauterbach

Ukraine und Iran
USA gehen Raketen aus

Washington will bereits an Polen verkaufte »Patriots« zurückhaben. Selenskij streitet mit Rheinmetall-Chef Papperger über Drohnenproduktion


Auf seiten der USA werden im Krieg gegen den Iran offenbar die Flugabwehrraketen knapp. Wie die polnische Tageszeitung Rzeczpospolita am Dienstag berichtete, hat Washington deshalb in Polen angefragt, ob dieses bereit wäre, bereits gelieferte und bezahlte Raketenbatterien, und vor allem die Munition dafür, an den Persischen Golf zu schicken. Nach bisherigem Kenntnisstand sind die polnischen Offiziellen nicht begeistert.

Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz erklärte, die Raketen hätten »ihre Aufgabe« beim »Schutz der Sicherheit Polens und der ganzen NATO-Ostflanke« und würden nicht abgegeben. Auch das polnische Präsidialamt, das normalerweise versucht, US-Präsident Donald Trump jeden Wunsch von den Augen abzulesen, lehnte das Ansinnen auf den ersten Blick ab. Raum für Interpretation lässt jedoch die Aussage vom Chef der präsidentialen Kanzlei, Zbigniew Bogucki, wonach Polen »seine Bündnisverpflichtungen gegenüber den USA sehr ernst« nehme. Der Präsident hat jedoch keine Kompetenzen, eine Verlegung der Raketen an die nahöstliche Front anzuordnen.

Von dort brachte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij eine nach seinen Worten »historische Einigung« mit den Golfstaaten zurück. Er berichtete in seiner täglichen Videoansprache vom Montag, er habe mit diesen ein Abkommen über die gemeinsame Produktion von Abwehrdrohnen geschlossen. Einzelheiten nannte Selenskij nicht. Statt dessen lieferte er sich eine Polemik mit dem Rheinmetall-Chef Armin Papperger. Dieser hatte sich in einem Interview mit dem Wall Street Journal abfällig über die Qualität der ukrainischen Drohnen geäußert: Sie würden von »Hausfrauen auf dem Küchentisch« mit 3-D-Druckern hergestellt – das sei wie ein Spiel mit Lego-Steinen. Innovation sehe anders aus. Selenskij antwortete mit einem Beinahe-Lenin-Zitat (»Jede Köchin kann den Staat regieren«) wider Willen: Wenn das so sei, dann sei auch jede ukrainische Hausfrau in der Lage, ein Unternehmen wie Rheinmetall zu leiten. Am Dienstag ruderte Papperger zurück und schrieb auf X, er habe nicht die enorme Aufopferung und den Mut der ukrainischen Bevölkerung herabwürdigen wollen.

Die Ukraine setzte unterdessen ihre Drohnenangriffe auf Ziele der russischen Ölverarbeitung fort. Das Terminal im Ostseehafen Ust-Luga bei St. Petersburg wurde in der Nacht zum Dienstag erneut getroffen, ebenso eine Raffinerie im südrussischen Taganrog. Als Antwort griff Russland mehrfach kurz hintereinander zwei wichtige ukrainische Militärflughäfen in den Gebieten Chmelnizkij und Schitomir westlich von Kiew an. Auf einem von beiden seien nicht nur französische »Mirage«-Jagdflugzeuge zerstört, sondern auch mehrere Dutzend französische Wartungsspezialisten für diese getötet worden. Eine Bestätigung dieser Meldung von ukrainischer Seite lag zunächst nicht vor und ist auch nicht zu erwarten. Von der Intensität der russischen Luftangriffe zeugt aber die Aussage Selenskijs, wonach Russland im März eine Rekordzahl von etwa 3.000 Drohnen und Raketen auf Ziele in der Ukraine abgefeuert habe. Am Boden griffen russische Truppen vor allem östlich von Slowjansk im umkämpften Donbass an und haben nach eigenen Angaben mehrere Dörfer eingekesselt. Das wurde von ukrainischen Militärbloggern indirekt bestätigt.

Angesichts erheblicher Verluste gibt es in der Ukraine offenbar Planungen, auch eine Wehrerfassung von Frauen einzuführen. Sie existiert theoretisch bereits seit Jahren für Frauen in medizinischen Berufen. Zuletzt bekamen aber auch Frauen ohne solche Vorbildung Musterungsbescheide. Die Wehrersatzbehörden stellten dies zwar als »Irrtum der EDV« dar, weigerten sich aber, die Daten der Frauen wieder aus den Registern zu entfernen. Ukrainische Medien schätzten dies als Test ein, wie die Öffentlichkeit auf eine Wehrpflicht für Frauen reagieren würde. Parallel läuft in der Ukraine eine Plakatkampagne, die eine Frau mit Sturmgewehr zeigt, dazu die Parole: »Die Ukraine verteidigen ist Frauensache.« Mehrere Abgeordnete beiderlei Geschlechts haben inzwischen im Parlament einen Gesetzentwurf eingebracht, der die Rekrutierung von Frauen ausdrücklich verbieten soll.


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#FrauenandieFront
#Musterungsbescheide
#Plakatkampagnen
#Kriegsdienst
#Waffenknappheit
#Frontueberdehnung
NEUER BEITRAG20.04.2026, 11:00 Uhr
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FPeregrin

Über die Ukraine hinaus (2) gfp heute:

Langstreckendrohnen für die Ukraine

Deutsch-ukrainische Joint Ventures gehen in Deutschland zur Produktion von Drohnen mit bis zu 1.500 Kilometern Reichweite über; sie reichen weit ins russische Hinterland. Moskau deutet an, die Produktionsstandorte ins Visier zu nehmen.

BERLIN/KIEW/MOSKAU (Eigener Bericht) – Die verstärkte Produktion von Drohnen in Deutschland und weiteren Staaten Westeuropas für die Streitkräfte der Ukraine löst russische Drohungen gegen die Standorte aus. In der vergangenen Woche haben mehrere deutsche Firmen die Gründung neuer Joint Ventures mit ukrainischen Drohnenherstellern angekündigt. Unter anderem will das Software-Startup Auterion gemeinsam mit der ukrainischen Airlogix in einem Werk bei München Drohnen herstellen, die eine Reichweite von 1.000 bis 1.500 Kilometern haben. Damit können sie Ziele tief im russischen Hinterland angreifen. Mit derlei Angriffen haben die ukrainischen Streitkräfte Russland zuletzt herbe Schäden zugefügt – so etwa an wichtigen Erdölanlagen. Der deutsche Standort von Airlogix findet sich auf einer Liste von 21 Unternehmen in mehreren Ländern Europas, von denen es heißt, sie zögen mit ihrer Waffenproduktion ihre Standortstaaten „in einen Krieg mit Russland hinein“. Bisher hat bloß die Ukraine Angriffe auf russische Ziele in Drittstaaten geführt – auf Tankschiffe im Mittelmeer. Russland könnte die Praxis nachahmen und ebenso Ziele in Drittstaaten attackieren – etwa Firmen, die Angriffe auf sein Territorium ermöglichen.

Das Silicon Valley der Rüstungsindustrie

Deutsche Drohnenhersteller hatten bereits kurz nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs eine immer enger werdende Kooperation mit den ukrainischen Streitkräften eingeleitet. Zum einen belieferten sie die Ukraine mit ihren Drohnen; zum anderen entwickelten sie einen immer intensiven Kontakt zu Einheiten an der Front, um deren tagesaktuelle Erfahrungen in dem sich in schnellem Tempo wandelnden Drohnenkrieg zu verarbeiten und auf dieser Grundlage, soweit möglich, die eigenen Produkte laufend zu optimieren. Das schuf die Grundlage für die inzwischen rasant boomende deutsche Drohnenindustrie um Unternehmen wie Helsing oder Quantum Systems bzw. den Rüstungsableger von Quantum Systems, Stark Defence. In Fachkreisen war, nicht zuletzt mit Blick auf die Drohnenentwicklung, bereits im vergangenen Jahr davon die Rede, die Ukraine sei längst das „Silicon Valley der Rüstungsindustrie“.[1] Dabei kommt den mit dem Land kooperierenden Rüstungsfirmen, darunter insbesondere auch den Drohnenherstellern, zugute, dass ihre Produkte im Krieg praktisch getestet wurden; sie haben damit einen starken Vorteil in der globalen Konkurrenz der Waffenschmieden.

Zugriff auf Gefechtsdaten

Aufbauend auf Erfolgen wie etwa in der Drohnenherstellung ist die Bundesregierung seit geraumer Zeit bemüht, die deutsch-ukrainische Rüstungszusammenarbeit auf breiter Fläche zu stärken. Im Dezember legte sie dazu einen Zehn-Punkte-Plan vor, der neben regelmäßigen Konsultationen auf verschiedenen Ebenen die „strategische Förderung rüstungsindustrieller Joint Ventures“ und „Leuchtturmprojekte für die gemeinsame Erforschung, Entwicklung und Produktion von Rüstungsgütern“ vorsieht – „vor allem bei Technologien, in denen die ukrainische Industrie über Erfahrungsvorsprünge verfügt“, etwa „in der Drohnenabwehr“.[2] Demnach geht es insbesondere auch darum, die im Ukraine-Krieg gewonnenen Kenntnisse und Fähigkeiten für die Bundesrepublik nutzbar zu machen. In der vergangenen Woche unterzeichneten Repräsentanten beider Seiten in Berlin im Rahmen der deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen unter anderem eine Vereinbarung zur Datenkooperation; dabei sollen, wie Verteidigungsminister Boris Pistorius erklärte, „digitale Gefechtsdaten“ aus Kiew an Berlin übergeben werden, um „die Analyse des Einsatzes deutscher Waffensysteme im Kampfgeschehen“ zu verbessern. Das betrifft etwa die Panzerhaubitze 2000 von Rheinmetall und KNDS und das Flugabwehrsystem IRIS-T von Diehl, die alle in der Ukraine eingesetzt werden.[3]


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NEUER BEITRAG20.04.2026, 11:13 Uhr
EDIT: FPeregrin
20.04.2026, 11:25 Uhr
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FPeregrin

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Sichere Produktionsstandorte

Am Rande der Regierungskonsultationen wurden zudem neue Übereinkünfte bezüglich der gemeinsamen Drohnenproduktion geschlossen. Schon im Dezember hatten Quantum Systems und der ukrainische Drohnenhersteller Frontline Robotics das Joint Venture Quantum Frontline Industries (QFI) gegründet, das die Frontline Robotics-Drohne LINZA nun in der Nähe von München in industriellem Maßstab herstellt; die Rede ist von bis zu 10.000 Drohnen pro Jahr. Eine erste Charge wurde Ende März ausgeliefert. Einer der Hauptgründe für die Verlagerung der Produktion nach Deutschland liegt explizit darin, dass sie dort als vor russischen Angriffen sicher gilt; für Fabriken in der Ukraine ist dies kriegsbedingt nicht der Fall.[4] In der vergangenen Woche hat Quantum Systems außerdem zwei weitere Joint Ventures mit ukrainischen Firmen geschlossen. Eines, an dem WIY Drones beteiligt ist – an WIY Drones hält Quantum System seinerseits Anteile –, soll Abfangdrohnen und dazu gehörige Bodenkontrollstationen herstellen.[5] Ein weiteres Joint Venture wurde mit Tencore gegründet. Tencore fertigt unbemannte Bodensysteme, wie sie gleichfalls in der Ukraine schon längst im Einsatz sind.

Angriffe tief im Hinterland

Darüber hinaus haben sich am Rande der deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen Repräsentanten des deutsch-US-amerikanischen Start-ups Auterion sowie des ukrainischen Drohnenherstellers Airlogix geeinigt, ebenfalls gemeinsam Drohnen in der Bundesrepublik zu produzieren. Die Fertigung in einem Werk nahe München wird zur Zeit aufgebaut. Die erste Lieferung soll in wenigen Monaten erfolgen. Ergänzend ist der Bau einer Fabrik an einem ungenannten Ort in in Ostdeutschland geplant. Das Besondere an dem Joint Venture ist, dass es Langstreckendrohnen produziert. Die Weichen dafür hatten Berlin und Kiew im September 2025 gestellt, als Verteidigungsminister Pistorius ankündigte, man werde die deutsche „Unterstützung für die Beschaffung von weitreichenden Drohnen“ in der Ukraine intensivieren. Man werde „für weitreichende Drohnen verschiedenen Typs aus ukrainischer Produktion“ rund 300 Millionen Euro bereitstellen, hieß es.[6] Die Drohnen, die Auterion und Airlogix gemeinsam herstellen, haben eine Reichweite von 1.000 bis 1.500 Kilometern und sind für Angriffe auf Ziele weit im russischen Hinterland konzipiert. Mit derartigen Angriffen haben die ukrainischen Streitkräfte Russland zuletzt schwere Schäden zugefügt – etwa an Erdölanlagen.

„Ein weltweites Drohnen-Netzwerk“

Die Bundesrepublik ist inzwischen nicht mehr das einzige Land, das auf enge Kooperation mit der ukrainischen Drohnenindustrie setzt. Auch britische Firmen haben mittlerweile Joint Ventures mit ukrainischen Drohnenherstellern gegründet. London hat in der vergangenen Woche mitgeteilt, den ukrainischen Streitkräften 120.000 Drohnen liefern zu wollen – nicht nur solche zur Aufklärung oder zum Einsatz auf einem nahen Schlachtfeld, sondern auch andere, mit denen Angriffe über lange Strecken bis weit in das russische Hinterland geführt werden können.[7] Vergangene Woche hat die Ukraine darüber hinaus neue Vereinbarungen mit Norwegen und den Niederlanden getroffen; auch dort sollen jeweils Drohnen gefertigt werden – nicht zuletzt für einen Einsatz im Krieg gegen Russland.[8] Mit Blick darauf, dass die Ukraine inzwischen Vereinbarungen mit Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Qatar geschlossen hat, um den Golfstaaten beim Aufbau ihrer Drohnenabwehr unter die Arme zu greifen, heißt es mittlerweile, Kiew baue – seine Erfahrungen aus dem Krieg gegen Russland nutzend – „ein weltweites Drohnen-Netzwerk“ auf.[9]

„In den Krieg hineingezogen“

Mit Blick auf die geballte Unterstützung europäischer Staaten für Kiews Drohnenkrieg hat Moskau in der vergangenen Woche eine Liste mit 21 Unternehmen in mehreren europäischen Staaten publiziert, die Angriffsdrohnen oder zentrale Bestandteile dafür herstellen. „Eine Reihe europäischer Länder“ habe beschlossen, der Ukraine eine große Zahl an Drohnen nicht für den Fronteinsatz, sondern „für Angriffe auf Russlands Staatsgebiet“ zu liefern, heißt es dazu.[10] Man werte dies als einen „vorsätzlichen Schritt“, der die betreffenden Länder „schleichend ins strategische Hinterland der Ukraine verwandelt“. So würden sie „in einen Krieg mit Russland hineingezogen“. Das lässt sich als Drohung verstehen. Bislang hatte bloß die Ukraine Angriffe auf Ziele des Kriegsgegners in Drittstaaten geführt und – mit dem Ziel, Russlands Importeinnahmen zu schädigen – Tankschiffe im Mittelmeer attackiert. Dies brach ein Tabu. Moskau könnte sich jetzt zur Nachahmung veranlasst sehen und Unternehmen in Westeuropa, die Waffen für Angriffe tief auf seinem Territorium produzieren, ins Visier nehmen. Auf der erwähnten Liste findet sich unter anderem eine Firma, die in Deutschland Langstreckendrohnen für die Ukraine herstellt – Airlogix mit Sitz bei München .[11]

[1] Gregor Grosse: Ein Silicon Valley für Rüstung. Frankfurter Allgemeine Zeitung 20.09.2025. S. dazu Die Drohnenkrise (II).

[2] Frank Specht, Leila Al-Serori: Deutschland legt Zehn-Punkte-Plan für Kooperation mit Ukraine vor. handelsblatt.com 15.12.2025.

[3] Pistorius wertet UDCG-Treffen in Berlin als Zeichen der Geschlossenheit. bmvg.de 15.04.2026.

[4] Peter Carstens: Ukrainer erteilten der NATO im Manöver eine bittere Lektion. Frankfurter Allgemeine Zeitung 17.02.2026. S. dazu Von der Ukraine lernen.

[5] Markus Fasse, Nadine Schimroszik: Deutsche Industrie hilft Ukraine bei Langstreckendrohne. handelsblatt.com 14.04.2026.

[6] So hilft Deutschland der Ukraine im Abwehrkampf. bmvg.de 24.02.2025.

[7] Ottilie Mitchell: Ukraine’s military to get biggest-ever shipment of UK drones. bbc.co.uk 15.04.2026.

[8] Sevinj Osmanqizi: Ukraine, Netherlands Launch Joint Drone Deal. kyivpost.com 17.04.2026.

[9] Veronika Lehrl: Trotz Drohungen aus Moskau: Selenskyj startet neues Rüstungsprojekt mit den Niederlanden. focus.de 19.04.2026.

[10] Friedrich Schmidt: Moskau droht Europa mit Angriffen auf konkrete Ziele. Frankfurter Allgemeine Zeitung 17.04.2026.

[11] Dietmar Neuerer: Russland nennt Firmen als Ziele – auch in Deutschland. handelsblatt.com 18.04.2026.


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#DeutscherImperialismus
#Ukraine
#ZwischenimperialistischeKonkurrenz
#ZwischenimperialistischeWidersprueche

... womit auch klar ist, daß der Krieg in der Ukraine auch ohne ihren Sieg aus der Interessenlage der Imps noch lange gehen muß. Man braucht ihn, um den technischen wie strategischen Rückstand aufzuholen, in den man bei der neuen Art, Kriege zu führen
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, geraten ist. ... und natürlich macht das jeder für sich, denn man weiß ja nicht, wem man trauen kann ...

#ImperialistischerHegemonieverlust
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