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•NEUES THEMA04.09.2025, 22:39 Uhr
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• Brauereistadt Kassel
... und vorbei. Nur die Erinnerung bleibt. Und auch wenn es KasselänerInnen nicht gerne hören, Martini war ein Scheiß-Bier - aber im Hessenlande nicht mal eines der schlechtesten. Es ging noch weit schlimmer!
Die große Ernüchterung: Der Niedergang des Braugewerbes in Kassel
Nach der angekündigten Abwicklung der Hütt-Brauerei blicken wir auf die Geschichte der Kasseler Brauereien.
In der Stadt Kassel wird seit über 600 Jahren Bier gebraut. Über die Jahrhunderte gab es Dutzende Brauereibetriebe – viele davon mit einem Hausschank in der angeschlossenen Gaststätte. Ein Vertrieb für das Gebräu entwickelte sich erst später. Weil mit der Hütt-Brauerei die letzte große Biermarke im Raum Kassel verschwindet, blicken wir auf diese bierseligen Zeiten zurück.
Nach Recherchen des Kasseler Historikers Christian Presche stammen die ersten Belege zum Bierbrauen in der Stadt Kassel aus dem Jahr 1395. „Nur wer in Kassel ansässig war, durfte Bier ausschenken, fremde Biere durften nur zum eigenen Verbrauch eingeführt werden“, so Presche.
An dem Bierdurst der Kasseler verdiente der Landgraf kräftig mit. Es waren Abgaben fürs Brauen und die Rohstoffe (Malz) zu entrichten. Zudem galten im mittelalterlichen Kassel (ab Ende des 15. Jahrhunderts) Preisobergrenzen fürs Bier. Dessen Qualität muss aber sehr durchwachsen gewesen sein. „In den umliegenden Städtchen wurde besser gebraut. 1575 erließ Landgraf Wilhelm IV. daher eine erste Bierordnung“, berichtet der Historiker. Darin wurden etwa Mindestmengen für Gerste und Malz vorgeschrieben und die Zugabe von Hafer verboten. Aber weder Qualität noch Quantität entwickelten sich zufriedenstellend. Deshalb erließ Wilhelm IV. die nächste Brauordnung, weil in Kassel „gar schlechte und unduchtige“ Biere gebraut würden, außerdem zu wenig, sodass der Bedarf über Importe gedeckt wurde. Um dies zu unterbinden, verfügte er, dass in Kassel nur noch Kasseler Bier ausgeschenkt und getrunken werden durfte.
Bis Mitte des 19. Jahrhunderts hatte sich eine vielfältige Brauerei-Kultur in Kassel etabliert. Auch die Qualität des Bieres war nun so gut, dass es sogar exportiert wurde. 19 Brauereien waren zu dieser Zeit im Stadtgebiet tätig. Dabei hatte Kassel seinerzeit nicht einmal 40.000 Einwohner.
Die von Adolf Kropf 1859 eröffnete „Bayrische Bierhalle“ an der Mittelgasse stehe beispielhaft dafür, dass die alten Brauereien jeweils mit einer eigenen Gaststätte verbunden waren, so Presche. Wegen der Nähe zur Martinskirche entstand deren Biermarke „Martini“. Daneben gab es zahlreiche Familienbetriebe, darunter Eissengarthen, Losch, Wentzell, Hahnenkamm und Krauß. „Weil es noch keinen modernen Vertrieb gab, waren die Gasthäuser noch viel stärker Treffpunkte, auch für zahlreiche Stammtische“, so der Historiker. Später kam es zu Zusammenschlüssen. Die 1895 an der Hafenstraße gegründete Herkules-Brauerei geht auf die Brauereien Losch und Wentzell zurück. Später schlossen sich weitere Gasthaus-Brauereien dieser an.
Um das Bier kühl zu lagern, wurden dafür ab 1830 zunehmend Felskeller genutzt. In vielen Fällen befanden sich über den Kellern Ausflugslokale – wie etwa am Kratzenberg an der Kölnischen Straße oder auf dem Weinberg und dem Möncheberg. Während es für Frauen nicht sittsam gewesen sei, Gaststätten zu besuchen, hätten sich diese Biergärten zu beliebten Ausflugsorten für Familien und weibliches Publikum etabliert, so Presche.
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Die große Ernüchterung: Der Niedergang des Braugewerbes in Kassel
Nach der angekündigten Abwicklung der Hütt-Brauerei blicken wir auf die Geschichte der Kasseler Brauereien.
In der Stadt Kassel wird seit über 600 Jahren Bier gebraut. Über die Jahrhunderte gab es Dutzende Brauereibetriebe – viele davon mit einem Hausschank in der angeschlossenen Gaststätte. Ein Vertrieb für das Gebräu entwickelte sich erst später. Weil mit der Hütt-Brauerei die letzte große Biermarke im Raum Kassel verschwindet, blicken wir auf diese bierseligen Zeiten zurück.
Nach Recherchen des Kasseler Historikers Christian Presche stammen die ersten Belege zum Bierbrauen in der Stadt Kassel aus dem Jahr 1395. „Nur wer in Kassel ansässig war, durfte Bier ausschenken, fremde Biere durften nur zum eigenen Verbrauch eingeführt werden“, so Presche.
An dem Bierdurst der Kasseler verdiente der Landgraf kräftig mit. Es waren Abgaben fürs Brauen und die Rohstoffe (Malz) zu entrichten. Zudem galten im mittelalterlichen Kassel (ab Ende des 15. Jahrhunderts) Preisobergrenzen fürs Bier. Dessen Qualität muss aber sehr durchwachsen gewesen sein. „In den umliegenden Städtchen wurde besser gebraut. 1575 erließ Landgraf Wilhelm IV. daher eine erste Bierordnung“, berichtet der Historiker. Darin wurden etwa Mindestmengen für Gerste und Malz vorgeschrieben und die Zugabe von Hafer verboten. Aber weder Qualität noch Quantität entwickelten sich zufriedenstellend. Deshalb erließ Wilhelm IV. die nächste Brauordnung, weil in Kassel „gar schlechte und unduchtige“ Biere gebraut würden, außerdem zu wenig, sodass der Bedarf über Importe gedeckt wurde. Um dies zu unterbinden, verfügte er, dass in Kassel nur noch Kasseler Bier ausgeschenkt und getrunken werden durfte.
Bis Mitte des 19. Jahrhunderts hatte sich eine vielfältige Brauerei-Kultur in Kassel etabliert. Auch die Qualität des Bieres war nun so gut, dass es sogar exportiert wurde. 19 Brauereien waren zu dieser Zeit im Stadtgebiet tätig. Dabei hatte Kassel seinerzeit nicht einmal 40.000 Einwohner.
Die von Adolf Kropf 1859 eröffnete „Bayrische Bierhalle“ an der Mittelgasse stehe beispielhaft dafür, dass die alten Brauereien jeweils mit einer eigenen Gaststätte verbunden waren, so Presche. Wegen der Nähe zur Martinskirche entstand deren Biermarke „Martini“. Daneben gab es zahlreiche Familienbetriebe, darunter Eissengarthen, Losch, Wentzell, Hahnenkamm und Krauß. „Weil es noch keinen modernen Vertrieb gab, waren die Gasthäuser noch viel stärker Treffpunkte, auch für zahlreiche Stammtische“, so der Historiker. Später kam es zu Zusammenschlüssen. Die 1895 an der Hafenstraße gegründete Herkules-Brauerei geht auf die Brauereien Losch und Wentzell zurück. Später schlossen sich weitere Gasthaus-Brauereien dieser an.
Um das Bier kühl zu lagern, wurden dafür ab 1830 zunehmend Felskeller genutzt. In vielen Fällen befanden sich über den Kellern Ausflugslokale – wie etwa am Kratzenberg an der Kölnischen Straße oder auf dem Weinberg und dem Möncheberg. Während es für Frauen nicht sittsam gewesen sei, Gaststätten zu besuchen, hätten sich diese Biergärten zu beliebten Ausflugsorten für Familien und weibliches Publikum etabliert, so Presche.
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Kropf Brauerei Kassel Martini.jpg
•NEUER BEITRAG04.09.2025, 22:42 Uhr
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Weil der Bierdurst der Kasseler nicht allein durch Kasseler Produktion gestillt werden konnte, wurde zunehmend importiert. Der größte Teil des Importbieres entstammte seinerzeit nicht der Knallhütte, sondern der Hessischen Actien-Brauerei in Wehlheiden. Der heutige Stadtteil wurde erst 1899 eingemeindet. Die Actien-Brauerei sollte 1912 von der Herkules-Brauerei geschluckt werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg ereilte die 1874 gegründete Schöfferhof-Brauerei an der Rothenditmolder Brücke das gleiche Schicksal.
Im Verlauf des 20. Jahrhunderts konzentrierte sich das Braugewerbe in Kassel immer stärker auf die beiden expandierenden Brauereien Kropf (Martini) an der Kölnischen Straße und die Herkules-Brauerei an der Hafenstraße. Mit jährlich bis zu 250.000 Hektolitern gebrautem Bier zählte die Martini-Brauerei bundesweit zu den größeren Regionalmarken. 1985 versuchte Kropf sogar auf dem US-Markt Fuß zu fassen. Ohne nachhaltigen Erfolg. Mit dem sinkenden Bierabsatz wurde der Familienbetrieb Kropf schließlich 1992 von der Henninger-Bräu AG übernommen. 1997 gab es mit der Einbecker Brauhaus AG einen weiteren Eigentümerwechsel. 2016 wurde der Betrieb nach über 150 Jahren endgültig geschlossen.
Die Herkules-Brauerei war bereits 1972 von der Frankfurter Brauerei Binding übernommen worden. Diese gab den Kasseler Standort 1999 auf. Das heute noch bekannte „Schöfferhofer Weizen“ ist damit das letzte Überbleibsel aus der Kasseler Bierherstellung. 1999 wurde die Produktion der letzten Kasseler Biermarke zu Binding nach Frankfurt verlagert. Inzwischen wird das Weizen in Dortmund gebraut. Bis heute erinnert die Schöfferhofstraße in Kassel an den früheren Brauort.
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Weil der Bierdurst der Kasseler nicht allein durch Kasseler Produktion gestillt werden konnte, wurde zunehmend importiert. Der größte Teil des Importbieres entstammte seinerzeit nicht der Knallhütte, sondern der Hessischen Actien-Brauerei in Wehlheiden. Der heutige Stadtteil wurde erst 1899 eingemeindet. Die Actien-Brauerei sollte 1912 von der Herkules-Brauerei geschluckt werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg ereilte die 1874 gegründete Schöfferhof-Brauerei an der Rothenditmolder Brücke das gleiche Schicksal.
Im Verlauf des 20. Jahrhunderts konzentrierte sich das Braugewerbe in Kassel immer stärker auf die beiden expandierenden Brauereien Kropf (Martini) an der Kölnischen Straße und die Herkules-Brauerei an der Hafenstraße. Mit jährlich bis zu 250.000 Hektolitern gebrautem Bier zählte die Martini-Brauerei bundesweit zu den größeren Regionalmarken. 1985 versuchte Kropf sogar auf dem US-Markt Fuß zu fassen. Ohne nachhaltigen Erfolg. Mit dem sinkenden Bierabsatz wurde der Familienbetrieb Kropf schließlich 1992 von der Henninger-Bräu AG übernommen. 1997 gab es mit der Einbecker Brauhaus AG einen weiteren Eigentümerwechsel. 2016 wurde der Betrieb nach über 150 Jahren endgültig geschlossen.
Die Herkules-Brauerei war bereits 1972 von der Frankfurter Brauerei Binding übernommen worden. Diese gab den Kasseler Standort 1999 auf. Das heute noch bekannte „Schöfferhofer Weizen“ ist damit das letzte Überbleibsel aus der Kasseler Bierherstellung. 1999 wurde die Produktion der letzten Kasseler Biermarke zu Binding nach Frankfurt verlagert. Inzwischen wird das Weizen in Dortmund gebraut. Bis heute erinnert die Schöfferhofstraße in Kassel an den früheren Brauort.
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Herkules Brauerei Kassel.jpg
•NEUER BEITRAG04.09.2025, 22:59 Uhr
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Diese Brauereien produzieren noch
Wenn die Hütt-Brauerei in acht Wochen ihren Betrieb einstellt, hinterlässt sie eine große Lücke. Denn nach der Schließung der Martini-Brauerei und der Binding-Brauerei (früher Herkules) gibt es auch im direkten Umland von Kassel keine größere Brauerei mehr. Wir zeigen, wo noch in der Region gebraut wird und in welchem Umfang.
Einbecker Brauhaus AG
Jahresproduktion: 504.000 Hektoliter
125 Mitarbeiter
Gründung: 1967
Brauerei Friedrich Haaß in Treysa
Jahresproduktion: 8500 Hektoliter
15 Mitarbeiter
Gründung: 1820
Dombräu 1880 in Fritzlar
Jahresproduktion: keine Angaben
35 Mitarbeiter
Gründung: 2003
Borkener Hofbräu
Jahresproduktion: 0,5 Hektoliter (kleinste Brauerei Hessens)
1,5 Mitarbeiter
Gründung: 2020
Fuldabrücker Landbrauerei
Jahresproduktion: 800 Hektoliter
2 Mitarbeiter
Gründung: 1995
Schinkels Brauhaus in Witzenhausen
Jahresproduktion: 6000 Hektoliter
30 Mitarbeiter
Gründung: 1997
Ratsbrauhaus Hann. Münden
Jahresproduktion: 250 Hektoliter
1 Mitarbeiter
Gründung: 2003
Biermanufaktur Rotenburg
Jahresproduktion: 350 Hektoliter
7 Mitarbeiter
Gründung: 2017
Eschweger Klosterbrauerei
Jahresproduktion: keine Angaben
29 Mitarbeiter
Gründung: 1839
Braumanufaktur Steckenpferd Kassel
Jahresproduktion: 350 Hektoliter
3 Mitarbeiter
Gründung: 2015
Von Bastian Ludwig am 4. Sept. in der HNA unter Link ...jetzt anmelden!
#Bier
#Kassel
#Brauerei
#Brauereien
#Brauereisterben
#Hessen
... und davon sind nicht mal alle in Hessen. Zudem sind einige davon auch nix anderes als Wohnzimmer- bzw. Garagenbrauereien (s. die Zahlen der Angestellten!), also nicht wirklich als 'Brauerei' ernstzunehmen.
Diese Brauereien produzieren noch
Wenn die Hütt-Brauerei in acht Wochen ihren Betrieb einstellt, hinterlässt sie eine große Lücke. Denn nach der Schließung der Martini-Brauerei und der Binding-Brauerei (früher Herkules) gibt es auch im direkten Umland von Kassel keine größere Brauerei mehr. Wir zeigen, wo noch in der Region gebraut wird und in welchem Umfang.
Einbecker Brauhaus AG
Jahresproduktion: 504.000 Hektoliter
125 Mitarbeiter
Gründung: 1967
Brauerei Friedrich Haaß in Treysa
Jahresproduktion: 8500 Hektoliter
15 Mitarbeiter
Gründung: 1820
Dombräu 1880 in Fritzlar
Jahresproduktion: keine Angaben
35 Mitarbeiter
Gründung: 2003
Borkener Hofbräu
Jahresproduktion: 0,5 Hektoliter (kleinste Brauerei Hessens)
1,5 Mitarbeiter
Gründung: 2020
Fuldabrücker Landbrauerei
Jahresproduktion: 800 Hektoliter
2 Mitarbeiter
Gründung: 1995
Schinkels Brauhaus in Witzenhausen
Jahresproduktion: 6000 Hektoliter
30 Mitarbeiter
Gründung: 1997
Ratsbrauhaus Hann. Münden
Jahresproduktion: 250 Hektoliter
1 Mitarbeiter
Gründung: 2003
Biermanufaktur Rotenburg
Jahresproduktion: 350 Hektoliter
7 Mitarbeiter
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Eschweger Klosterbrauerei
Jahresproduktion: keine Angaben
29 Mitarbeiter
Gründung: 1839
Braumanufaktur Steckenpferd Kassel
Jahresproduktion: 350 Hektoliter
3 Mitarbeiter
Gründung: 2015
Von Bastian Ludwig am 4. Sept. in der HNA unter Link ...jetzt anmelden!
#Bier
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#Brauerei
#Brauereien
#Brauereisterben
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... und davon sind nicht mal alle in Hessen. Zudem sind einige davon auch nix anderes als Wohnzimmer- bzw. Garagenbrauereien (s. die Zahlen der Angestellten!), also nicht wirklich als 'Brauerei' ernstzunehmen.
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Hüttbier.jpg
•NEUER BEITRAG22.12.2025, 18:17 Uhr
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Brauereistadt Kassel
Zum ersten, zum zweiten ... und zum dritten: ==> VERKAUFT!Resumée:
Die Biere bleiben unverändert, aber der Standort wird aufgegeben. Die Mitarbeiter verlieren ihre Jobs.
Von Sven Kühling am 13. November in der HNA:
Hütt-Brauerei verkauft – Rheder übernimmt
Frank Bettenhäuser verkauft die Hütt-Brauerei an die Schlossbrauerei Rheder. Die Biere bleiben unverändert, aber der Standort wird aufgegeben. Mitarbeiter verlieren ihre Jobs.
Baunatal - Die Zukunft der Hütt-Brauerei ist entschieden. Frank Bettenhäuser (69), Inhaber und Geschäftsführer des nordhessischen Traditionsunternehmens teilt mit, dass die Rezepte und Lieferverträge der Marken Hütt und Hessisches Löwenbier an die Schlossbrauerei Rheder in Brakel (Nordrhein-Westfalen) verkauft werden.
„Alle Fans, Kunden, Gastronomie- und Handelspartner können auch weiterhin auf ihre Traditionsbiere setzen. Die Schlossbrauerei Rheder wird die Produktion der Markenbiere Hütt und Hessische Löwen nach den Originalrezepten fortsetzen“, heißt es in einer Pressemitteilung von Bettenhäuser. Um 14 Uhr will der Brauereichef im Brauhaus Knallhütte über den Verkauf informieren.
Der Hütt-Standort bei Baunatal-Rengershausen (Kreis Kassel) soll laut der Mitteilung aufgegeben werden, alle rund 40 Mitarbeiter verlieren ihren Job.
„Mit Rheder haben wir die beste Lösung gefunden. Eine, wie wir, handwerkliche mittelständische Brauerei mit regionaler Nähe, die die Marken HÜTT und Hessische Löwen nach unseren Originalrezepturen zukünftig weiterhin brauen wird“, so Bettenhäuser in der Pressemitteilung. „Der gute persönliche Draht und die Gewissheit, dass man wirklich an den Marken interessiert ist, hat mir die Entscheidung erleichtert.“
Jens-Uwe Göke (49), Eigentümer der Schlossbrauerei Rheder und Eigentümer des 4-Sterne Hotels Schloss Gehrden wird in der Mitteilung so zitiert: „Die Hütt-Brauerei und unsere Schlossbrauerei Rheder verbindet die intensive Pflege der klassischen handwerklichen Braukunst, die zu Bieren mit hoher Qualität und individuellen Geschmacksrichtungen führen. Die Biere der Hütt-Brauerei ergänzen unser Sortiment exzellent und sorgen auch für eine signifikant höhere Auslastung unserer Produktionskapazitäten. Hütt und Hessische Löwen sind herausragende Biere, die wir gerne nach Originalrezept brauen. Wir danken Herrn Bettenhäuser für das Vertrauen, die Tradition seiner Familie weiterführen zu dürfen.“
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#Huett
•NEUER BEITRAG22.12.2025, 20:49 Uhr
EDIT: FPeregrin
22.12.2025, 21:00 Uhr
22.12.2025, 21:00 Uhr
| Nutzer / in | |
| FPeregrin | |
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Brauereistadt Kassel
"„Alle Fans, Kunden, Gastronomie- und Handelspartner können auch weiterhin auf ihre Traditionsbiere setzen. Die Schlossbrauerei Rheder wird die Produktion der Markenbiere Hütt und Hessische Löwen nach den Originalrezepten fortsetzen“, heißt es in einer Pressemitteilung von Bettenhäuser.""Hütt und Hessische Löwen sind herausragende Biere, die wir gerne nach Originalrezept brauen."
Das sind die "Narrative", die zu jeder Biermarkenübernahme in die Welt posaunt werden und deren tatsächlicher Inhalt anzugeben ist mit: "Die Etiketten blieben (fast) gleich; der geneigte Bierdimpfel habe sich damit zu bescheiden!" - Man kann schlicht kein Bierrezept einem anderen Wasser aufpflanzen und das gleiche erhalten wie vorher. Sinnvollerweise baut man ein Bierrezept auf dem Bestandteil auf, an dem man am wenigsten ändern kann, dem lokalen Wasser. Man kann allerdings in Zweifel ziehen, daß im Brauereigewerbe dieser Binsenweisheit überhaupt eine relevante Würdigung zukommt. Dafür muß man nicht einmal bis nach Hessen fahren; es reicht die Kenntnisnahme der hiervon erschütterndes Zeugnis ablegenden gescheiterten Versuche, auf kalkigem Wasser ein "norddeutsch-herbes" Pils zu bauen. Ich will niemanden in seine Abendkaltschale spucken und erwähne deshalb als Beispiel nur das verdient abgelebt habende "Göttinger Edel-Pils" unseligen Angedenkens, dessen Label verständlicherweise niemand weitergeführt hat. Andererseits: Die gleichzeitigen Sorten aus selbigem Hause "Göttinger Pilsener" und "Göttinger Leichtes Dunkel" waren sehr gut; man wußte weiland also doch ganz gut, wie es geht ...! - Kundenverarschung ist das halbe Geschäft der kapitalistischen Warenproduktion.
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bier_7199.jpg
•NEUER BEITRAG28.04.2026, 15:22 Uhr
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| arktika | |
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Alles laber rabarber - oder auch als laba rababa verschriftbar - Brauerei abgerissen, Tanks abtransportiert und am Schluß noch 'n bißchen Schmuh, weil 's dann "netter" klingt:
Von Axel Welch am 26. April in der HNA
Brauerei abgerissen, Tanks abtransportiert: Neue Besitzer planen trotzdem Neustart
Die Hüttbrauerei ist abgerissen, die Tanks werden abtransportiert. Doch die neuen Besitzer zeigen sich offen für eine Gasthausbrauerei am Traditionsort.
Baunatal – Die Hüttbrauerei auf der Knallhütte in Baunatal (Kreis Kassel) ist Vergangenheit. Die Brautanks sind abgebaut, optisch erinnert kaum noch etwas an die über 270 Jahre dauernde Braukunst. Seit einer Woche arbeiten mehrere Speditionen daran, die Schwergewichte abzutransportieren. Aber mal langsam. Zwar ist die alte Braustätte abgerissen. Der historische Ort könnte aber eine kleine Gasthausbrauerei oder Ähnliches in der Größenordnung bekommen, wie Ex-Hütt-Chef Frank Bettenhäuser erklärt.
Dafür scheinen die neuen Bierbrauer in Ostwestfalen durchaus offene Ohren zu haben. Jens-Uwe Göke, Mitinhaber und Geschäftsführer der Schlossbrauerei Rheder, die Hütt übernommen hat, zeigt sich am Telefon sehr offen gegenüber dem Plan und sagt: „Wir wollen einen Anker werfen in der Region.“ Der alte Brauereiort an der Knallhütte sei ein Erlebnisort gewesen. „Ich könnte mir sicherlich eine kleine Brauerei vorstellen. Die Marke Hütt muss weiterhin eine Marke haben“, sagt Göke, „und die Heimat ist die Knallhütte“. Die Braukunst sei dort fest verankert. Man sei derzeit in Rheder noch in der Findungsphase, um Hütt auch mit neuem Standort als etablierte Marke erfolgreich zu halten.
Neustart in Baunatal? „Wir wollen einen Anker werfen in der Region“
Göke bezeichnete den kürzlich erfolgten HNA-Geschmackstest von Hütt alter Herkunft und vom im ostwestfälischen Rheder gebrauten Natürtrüb als sehr interessant. „Das Naturtrüb kommt bei uns in Westfalen gut an“, sagt er und verweist auf die deutliche Trübung des alten Bieres aus Baunatal. Der in Rheder gebraute Gerstensaft ist bei weitem nicht so trüb. Eine Erklärung: die Art der Tanks. „Hütt hatte stehende Lagertanks, wir in Rheder liegende“, so Göke und sagt weiter: „Wir wollen die Trübung wieder in die richtige Richtung bringen.“ Er weiß um die Brautradition in Baunatal: „Wir kämpfen um jeden Zapfhahn.“
Dass Hütt im Osten Westfalens angekommen ist, lässt sich auch auf der Homepage der Brauerei ablesen. Dort steht: „Große Freude in Rheder: Das Hütt-Bier der Schlossbrauerei wurde vom bundesweiten Pro-Bier-Club zum Bier des Monats März gewählt.“ Dieses Lob wirft einen langen Schatten bis zur Knallhütte. Dort ist Sven Hansen am Donnerstag gerade dabei, einen sechs Tonnen schweren Tank auf seinem „Convoi exceptionnel“ festzuzurren. Es ist das vierte Braukunst-Ungetüm, das Hansen transportiert. In der kommenden Woche geht es noch einmal für seine Kollegen weiter. Dann ist an der Baunataler Brauerei an der Knallhütte aber das Ende in Sicht.
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#Huett
#HuettBrauerei
#HuettBier
... so, also vielleicht als Pseudoersatz eine kleine "Gasthausbrauerei" - mit entsprechenden Preisen für Schickimickis. Wirklich überzeugend!
#AnDieWand
Von Axel Welch am 26. April in der HNA
Brauerei abgerissen, Tanks abtransportiert: Neue Besitzer planen trotzdem Neustart
Die Hüttbrauerei ist abgerissen, die Tanks werden abtransportiert. Doch die neuen Besitzer zeigen sich offen für eine Gasthausbrauerei am Traditionsort.
Baunatal – Die Hüttbrauerei auf der Knallhütte in Baunatal (Kreis Kassel) ist Vergangenheit. Die Brautanks sind abgebaut, optisch erinnert kaum noch etwas an die über 270 Jahre dauernde Braukunst. Seit einer Woche arbeiten mehrere Speditionen daran, die Schwergewichte abzutransportieren. Aber mal langsam. Zwar ist die alte Braustätte abgerissen. Der historische Ort könnte aber eine kleine Gasthausbrauerei oder Ähnliches in der Größenordnung bekommen, wie Ex-Hütt-Chef Frank Bettenhäuser erklärt.
Dafür scheinen die neuen Bierbrauer in Ostwestfalen durchaus offene Ohren zu haben. Jens-Uwe Göke, Mitinhaber und Geschäftsführer der Schlossbrauerei Rheder, die Hütt übernommen hat, zeigt sich am Telefon sehr offen gegenüber dem Plan und sagt: „Wir wollen einen Anker werfen in der Region.“ Der alte Brauereiort an der Knallhütte sei ein Erlebnisort gewesen. „Ich könnte mir sicherlich eine kleine Brauerei vorstellen. Die Marke Hütt muss weiterhin eine Marke haben“, sagt Göke, „und die Heimat ist die Knallhütte“. Die Braukunst sei dort fest verankert. Man sei derzeit in Rheder noch in der Findungsphase, um Hütt auch mit neuem Standort als etablierte Marke erfolgreich zu halten.
Neustart in Baunatal? „Wir wollen einen Anker werfen in der Region“
Göke bezeichnete den kürzlich erfolgten HNA-Geschmackstest von Hütt alter Herkunft und vom im ostwestfälischen Rheder gebrauten Natürtrüb als sehr interessant. „Das Naturtrüb kommt bei uns in Westfalen gut an“, sagt er und verweist auf die deutliche Trübung des alten Bieres aus Baunatal. Der in Rheder gebraute Gerstensaft ist bei weitem nicht so trüb. Eine Erklärung: die Art der Tanks. „Hütt hatte stehende Lagertanks, wir in Rheder liegende“, so Göke und sagt weiter: „Wir wollen die Trübung wieder in die richtige Richtung bringen.“ Er weiß um die Brautradition in Baunatal: „Wir kämpfen um jeden Zapfhahn.“
Dass Hütt im Osten Westfalens angekommen ist, lässt sich auch auf der Homepage der Brauerei ablesen. Dort steht: „Große Freude in Rheder: Das Hütt-Bier der Schlossbrauerei wurde vom bundesweiten Pro-Bier-Club zum Bier des Monats März gewählt.“ Dieses Lob wirft einen langen Schatten bis zur Knallhütte. Dort ist Sven Hansen am Donnerstag gerade dabei, einen sechs Tonnen schweren Tank auf seinem „Convoi exceptionnel“ festzuzurren. Es ist das vierte Braukunst-Ungetüm, das Hansen transportiert. In der kommenden Woche geht es noch einmal für seine Kollegen weiter. Dann ist an der Baunataler Brauerei an der Knallhütte aber das Ende in Sicht.
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... so, also vielleicht als Pseudoersatz eine kleine "Gasthausbrauerei" - mit entsprechenden Preisen für Schickimickis. Wirklich überzeugend!
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